Die Ernährung

  unserer Papageien spielt wohl eine nicht geringe Rolle in deren Leben. So hängt doch auch sehr die Gesundheit unserer Vögel davon ab.
Es sollte also viel Wert auf eine ausgewogene Ernährung gelegt werden, und keine Kosten und Mühen gescheut werden, diese unseren Papageien angedeihen zu lassen.

Eine ausgewogene Ernährung könnte u.a. folgendermaßen aussehen:
          
1. Körnermischung                                           
2. Obst u. Gemüse
3. Regelmäßig frische Zweige/Äste
4. Keim-/Quellfutter
5. Nahrungsergänzungsmittel

Auf Pellets will ich hier nicht weiter eingehen, da es einige verschiedene Ansichten dazu gibt.
Nur soviel:
Als "Alleinfutter", wie es gerne bezeichnet wird, findet es (außer in den USA evtl.) wohl eher bei wenigen Papageienhaltern und/oder Züchtern Verwendung.
(Wer sich selbst Infos darüber beschaffen möchte, sollte bitte den Begriff "Drüsenmagendilatation" bei seiner Recherche nicht unbeachtet lassen).

 

Also kommen wir zum Punkt 1
Körnermischungen

In den meisten Papageienmischungen sind enthalten:

- Sonnenblumenkerne, weiß und gestreift
- Nackthafer (oder geschälter Hafer)
- Kardisamen
- Kürbiskerne
- Buchweizen
- Paddyreis
- Glanz
- Hirse
- Hanfsaat
- Mais
- Erdnüsse (bitte nie in Schale)

(Von "billigen Kaufhausmischungen" wird eher abgeraten, da sie meist Erdnüsse in Schalen beinhalten und oftmals zu fettreich gemischt sind - oft auch Überlagert).

Den Mischungen kann folgendes beigefügt werden:

z.B.:
- Mariendistelsamen
- Leinsamen
- Weizen
- Dinkel
- Bierhefeflocken
- Kürbiskerne
- Melonenkerne
- Baumsaaten
- Getrocknete Hagebutten
- Buchweizen
- versch. Hirsesorten
- Pinienkerne
- andere Nüsse (bitte ebenfalls ohne Schale)

Bitte alles in Maßen, nicht in Massen !
(Einige Körner/Nußsorten sind sehr fettreich).



Punkt 2
Obst, Gemüse und Grünfutter

Es wird von den meisten erfahrenen Papageienhaltern und Züchtern empfohlen, den Papageien täglich mehrere Sorten Obst, Gemüse und Kräuter anzubieten (auch wenn oftmals einiges davon erst nach langer Zeit "beschnuppert" und angenommen wird). Diesbezüglich wird auch immer wieder auf Abwechslung des Futters hingewiesen.
Angeboten kann werden
z.B.

- Äpfel/Birnen
- Trauben
- Mangos, Sharonfrucht, Andenbeere (Physalis), Papaya, frische Feigen, Kiwi, Litschies, Rambutan, Granatapfel
- Bananen
- Kirschen
- Pflaumen, Mirabellen (Marillen), Ringlo
- Pfirsich, Nektarinen
- Blaubeeren (Heidelbeeren), Johannisbeeren, Himbeeren, Brombeeren, Erdbeeren, Stachelbeeren, reife Holunderbeeren, Sand-/Feuerdornbeeren, Ebereschenbeeren (Vogelbeeren), Schlehe (Schwarzdornbeeren)

- Karotten
- Gurken, Zucchini, Kürbis, Melone
- Salate (in Maßen)
- Rettich, Radieschen
- Paprika, Pepperoni, Chilischoten
- Chicoree
- Fenchel, Ingwer
- Maiskolben, Zuckermais
- Zuckererbsenschoten
- rote Beete                                                                                                          
                                                           

- Pfefferminze, Oregano, Petersilie (keine Hundspetersilie!), Salbei, Zitronenmelisse, Kamille, Wegerich/Spitzwegerich, Brunnen-/KapuzinerkresseVogelmiere im Topf

- Vogelmiere, Löwenzahn, Gänseblümchen, Margeritten, Vogelwicke, Gartenbambus, Brennnesseln, Taubnesseln, Sauerampfer, Hopfen, Edeldistel, Beifuß, Runkelrübe, Topinambur, Ringelblume, Hirtentäschel, Sonnenblumen

- sämtliche Rispengräser                                                                
                                                                                                                                            
Vogelmiere
Das Verhältnis Körnerfutter : Frischfutter sollte mindestens in etwa 50 : 50 betragen. Keinesfalls nur Körner. Vorzugsweise mehr Frisches.

Graupapageien ernähren sich in der Natur zu einem sehr großen Teil von Früchten der Ölpalme (sgn. Palmnüsse).
Diese sind zwar sehr fetthaltig, enthalten dafür viele wichtige Nährstoffe. Informationen hierzu sind unter
www.taze.org zu finden. Dort kann man diese (neben Zuckerrohr und anderen Futtermitteln) bestellen.



Punkt 3
Äste und Sträucher

- Ahorn
- Buche
- Linde
- Kastanie (nicht unbedingt die Kastanien selbst)
- Obstbäume (ungespritzt)
- Nadelgehölz (außer Eibe; nicht stark verharztes Holz - bei Nestlingen KEIN Harz)
- Weiden (in Maßen)
- Hasel (-nuß)
- schwarzer Holunder (nicht die Blätter und unreifen Beeren!)                                               
- Ulme
(bei keinem besonderen Vermerk können sowohl Äste, Laub, Blüte, Früchte und Samen verwendet werden).

Es wird angeraten auf Wildvogelkot zu achten, diesen sauber entfernen (mittels abwaschen, abbürsten), da sich die Papageien mit Ornithose/ bzw, Psittacose anstecken können!
Desweiteren möglichst verpilzte und/oder erkrankte Hölzer meiden.

Alles an Obst, Gemüse, Kräuter und Hölzer sollte möglichst ungespritzt, ungedüngt sein, und nicht an befahrenen Strassen wachsen.
Alles (auch, oder gerade Gekauftes) gut abwaschen.

Frischfutter rechtzeitig wieder aus der Voliere nehmen, auch Reste auf dem Volierenboden beseitigen - zwecks Vermeidung von Schimmelpilzen.



Punkt 4
Quell/Keimfutter

Diese kann/sollte man 2 bis 3 mal die Woche anbieten, da es sehr Nährstoffreich ist. (Kann durchaus auch Nähstoffmangel vorbeugen, wenn Papagei Obst und Gemüse nicht so mag).
Quellfutter muss lediglich 12 Stunden (z.B. übernacht) in Wasser eingeweicht werden. Vor dem Verfüttern gut abspülen, abtropfen lassen und gfl. leicht mit Zewa abtupfen.
Verwenden kann man dazu die übliche Körnenmischung.
Es gibt aber im Fachhandel auch spezeilles Keimfutter, das natürlich besonders gut geeignet ist.
Nach wenigen Stunden (angeraten werden max. 4 Stunden) sollte das Futter aus der Voliere entfernt werden, da hohe Schimmelpilzgefahr besteht.

Soll Papagei NICHT züchten, so ist von Keimfutter während der Brutzeit abzuraten, da es den Bruttrieb begünstigt.

Auch Kochfutter kann häufiger gegeben werden:
Kartoffeln, verschiedene Bohnen, (z.B. eingefrorenes) Gemüse, Mais, etc..
es sollte allerdings nicht matschig gekocht werden. Schön "knackig" wird es wohl meist lieber gefressen.
Ebenso können gelegentlich gekochte Eiernudeln und Kartoffeln angeboten werden.



Punkt 5
Nahrungsergänzungsmittel und tierisches Eiweiß

Gelegentlich (ca. 1 x /Woche) sollte man auch Papageien tierisches Eiweiß zukommen lassen (kleine Mengen!!)

Entweder in "natürlicher" Form, wie z.B.
- Insektenfutter (kleine Garnelen, Blattläuse, Schnaken, Essigfliegen)

oder aber:
- fettarmer Hartkäse (max. 1 cm³)
- Quark, Naturjogurt oder Hüttenkäse, auch Buttermilch (max. ein Eierbecher voll)
- gek. Fisch
- hartgekochtes Ei (mind. 10 Miunten!)
- gekochte Eiernudeln (ohne Salz)
- Beo-Futter



Vitaminpräparate sollten bei ausgewogener Ernährung nicht notwendig sein.
Vorsicht: Überdosierung der fettlöslichen Vitamine möglich - gesundheitsschädlich!

Mineralstoffe maximal gelegentlich z.B. als Pulver übers Körnerfutter streuen (auch hier kann ein unausgewogenes Verhältnis zu Gesundheitsschäden führen! Also gibt es durchaus auch ein "Zuviel")
Zu beachten ist: Graupapageien neigen zu Calziummangel. Bitte bei der Ernährung beachten!
Empfehlenswert sind Mineralpicksteine, Sepiaschalen und zerbröselte Eierschalen (gekochte-).
Ebenso wie lehmhaltige Erde aus Wald und Flur, die man den Papageien z.B. in einer Schale anbieten kann.

Bisher besteht allgemeine noch verbreitet die Meinung, daß Papageien Grit(-Steinchen) benötigen, um Körner im Muskalmagen zerkleinern zu können.
Grit ist in verschiedenen "Größen" zu erhalten... grob, mittel bis fein, je nach Papageienart.
In speziellem Papageiensand (Käfigeinstreu) sind Gritsteinchen (sowie meist Muschelkalk) ebenfalls enthalten.

Wichtig:
Tierisches Eiweiß, Vitaminpräparate und Mineralstoffpräparate sollten nicht täglich und nur in geringen Mengen angeboten werden.
ausgenommen:
- während der Butzeit (beim züchten)
- der Mauser
- der Wachstumsphase
- oder nach Krankheit
In solchen Fällen bitte gezielt beim Profi/Fachmann und/oder gfl. beim vogelkundigen Tierarzt erkundigen!!
Überdosierung bestimmter (fettlöslicher) Vitamine und Unausgewogenheit der Mineralstoffe können zu gesundheitlichen Schäden führen!!
 


Zuletzt noch:
Giftig/bzw. sehr ungesund sind generell

- Alkohol (muss man scheinbar tatsächlich dazuschreiben, liest oder sieht man doch immer wieder Papageien an einem Bierglas hängen :/ )
- Avocado !!!
- Salz
- Zucker
- Sehr fetthaltige Speisen
- Schokolade
- Kaffee
- Nüsse in Schale (Schimmelpilzgefahr, wenn auch nicht fürs menschliche Auge sichtbar)
- einige Zimmerpflanzen sowie auch einige Naturpflanzen
(Vorsicht: Nicht alles was für Menschen giftig ist, ist es auch für Papageien. Und andersrum genauso ;-))

Es sollten keine für den Menschen gekochte/zubereitete Speisen angeboten werden (Ausgenommen ungesalzene Nudeln, Kartoffeln, oder anderes gedünstetes Gemüse).



Diese ganzen Informationen sind als Tips zu verstehen. Sie stammen z. Teil aus Gelesenem verschiedener Vogel-Foren, sowie aus verschiedenen Büchern.
 


(Quellen u.a.:
"Weiß der Geier" von K-H Schallenberg
"Vogelfutterpflanzen" von H. Schnabl
"Graupapageien" von D. Schratter)

 

 

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